Bei sich selbst sein

Kürzlich habe ich einen Artikel über das Thema: Bei sich selbst sein gelesen. Ich fand ihn sehr spannend, weil er gut zu meinem aktuellen Gefühl passt. Bei mir selbst zu sein heißt nämlich auch für mich, mich in jedem Moment meines Lebens selbst wahr zu nehmen. Mich selbst gleichbedeutend neben anderen stehen zu lassen. Damit nehme ich auch jederzeit meine eigenen Bedürfnisse war, kann sie benennen und bin mir auch um meiner selbst willen verpflichtet, die ihre Erfüllung von anderen einzufordern. Das klappt selbst mit Kindern ausgezeichnet. Wichtig ist die richtige Formulierung: Man muss seine eigene Sichtweise genau so klar formulieren, wie man seinem Gegenüber zeigt, dass man seine verstanden hat.Auf den ersten Blick hört sich das auch nach Selbstverliebtheit an: Ich stelle mich in den Mittelpunkt, ich achte dauernd auf mich selbst und fordere die Erfüllung meiner Bedürfnisse ein.
Lange war ich mir unsicher, ob diese anfänglich gefühlte Selbstverliebtheit nicht dazu führen würde, dass ich nur noch an mich denke. Aber ich kann jedem versichern, dass genau das nicht passiert. Weil ich mich selbst in meiner Haut wohl fühle, mich achte und mir Gutes tue, habe ich viel mehr Energie für andere da zu sein und das ganz ohne moralischen Zwang sondern ausschließlich aus dem angenehmen Gefühl heraus, jemandem etwas Gutes zu tun, ganz ohne irgendwelche Erwartungen. Ich habe das Gefühl, wenn ich mich selbst besser wahrnehme, kann ich das auch bei anderen zulassen.
Aber was passiert in Extremsituationen, wo wir voll und ganz gefordert sind? Z.B. was passiert, wenn man nun über seine gefühlten Grenzen hinausgehen müßte, um einem nahestehenden Menschen zu helfen? Ganz ehrlich, wenn es um die Wurst geht, weil jemand aus der Familie erkrankt, wem würde es selbst gut gehen, wenn er dann lieber ins Schwimmbad fährt, ohne wenigstens vorher im Krankenhaus anzurufen? Klar, man kann nicht Tag und Nacht am Bett sitzen und trauern, aber das ist auch gar nicht nötig! Kein Mitleid, sondern Mitgefühl und alles tun, damit sich die Menschen selbst helfen können, ist das, was wir zu tun haben, um wirklich für jemanden da zu sein. Das ist anstrengend und nervenaufreibend, aber hört mal in Euch rein, wenn Ihr jemanden liebt, dann entsteht in solchen Situationen eine Entschlossenheit, die gar kein anderes Handeln zuläßt. Es beruhigt mich sehr, das erlebt zu haben. Aber selbst in dieser Situation ist das Achten auf Euch selbst notwendig, weil es verhindert, dass Ihr ausbrennt, Euch übernehmt und am Ende keine Hilfe mehr sein könnt. Deshalb ist das auch in diesem Fall so unendlich wichtig!
Für Alle, die bis hier her durchgehalten haben: Hier ist der Link zu dem Artikel: http://www.dynamis-lebensberatung.com/2010/04/bei-sich-sein/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünf × vier =