Was ist Mitleid? Was ist Mitgefühl?

Weil es mir mal wieder über den Weg gelaufen ist. Was passiert eigentlich mit uns und unserem Gegenüber, wenn wir richtiges Mitleid empfinden? Was ist überhaupt Mitleid? Ich definiere es mal so: Jemand meint, einem anderen Lebewesen geht es schlecht. Deshalb wird dieser Jemand ganz traurig und bedauert das Geschöpf, das Bedauern drückt er auch aus: „Dir geht es wirklich schlecht. Das ist ja furchtbar“. Was so angenehm klingt: Der Jemand kümmert sich, hat in meinen Augen aber fatale Auswirkungen auf beide Seiten. Der nach außen kümmernde leidet mit, er empfindet innerlich das Leid des anderen und ist ganz gefangen davon. Dem Leidenden tut gut, dass ihn jemand in seinem Leid wahr nimmt, ganz ohne Frage, aber wird ihm kein Lösungsansatz geboten oder erkennt er selber keine Lösung, verfestigt das Mitleid dann nicht seine erbärmliche Position? Wird er durch Mitleid nicht zu passivem Selbstmitleid verführt: Ach, die anderen sehen auch, wie schlecht es mir geht… Es ist aber auch wirklich furchtbar.
Was wäre eine Alternative? Ich glaube, jeder hat das schon mal erlebt, Menschen, die mitbekommen, dass es einem schlecht geht und einfach im richtigen Moment das Richtige tun. Leiden sie mit? Fühlen sie sich schlecht bei ihrer Tat? Sicher, am Anfag steht immer die Empathie, das Erkennen, jemand hat ein Problem, das kann weh tun. Aber dann konfrontieren diese Menschen den Leidenden nicht mit ihrer eigenen mitleidenden Emotionalität sondern zeigen ihm Wege und Lösungen auf oder lassen den Leidenden einfach mal zu Wort kommen und selber nach Lösungen suchen. Das ist in meinen Augen wahre Hilfe!

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